Interviews vom 14. KOK-Jahreskongress 2026

Mind the Gap: Zytostatika sicher handhaben - mit Tina Kowalke

In dieser Folge spricht Kerstin Paradies mit Tina Kowalke, Drittplatzierte des KOK-Pflegepreises, über ihr im Rahmen der onkologischen Fachweiterbildung entwickeltes Schulungskonzept zum sicheren Umgang mit Zytostatika. Wie lässt sich die Theorie-Praxis-Lücke schließen? Tina zeigt, wie bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitungen, ein Schulungsvideo, Präsenzschulungen und ein QR-Code Pflegekräfte im Ernstfall unterstützen können. Dabei wird deutlich: Ein sicherer Umgang mit Zytostatika schützt nicht nur die Patientinnen und Patienten, sondern auch die Pflegenden selbst.

Nach dem Kongress ist vor dem Kongress – mit Esther Wiedemann & Timo Gottlieb

Was macht den KOK-Jahreskongress so besonders? Esther Wiedemann und Timo Gottlieb berichten Kerstin Paradies, warum sie immer wieder nach Berlin kommen, welche Themen sie aktuell beschäftigen und warum der Austausch zwischen Praxis, Pflegewissenschaft und Berufspolitik so wichtig ist. Außerdem geht es um Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, Sprachbarrieren und die Frage, wie onkologische Pflege diesen Herausforderungen begegnen kann.

Wundmanagement, ACP & Beratung – mit Sven Goldbach & Diana Lang

Im Gespräch mit Kerstin Paradies berichten Sven Goldbach und Diana Lang über die Themen, die sie beim 14. KOK-Jahreskongress besonders beschäftigt haben. Nach einem gut besuchten Workshop zum Wundmanagement geht es vor allem um die Rolle der Pflege in der Advance Care Planning (ACP) und in der Beratung von Patientinnen und Patienten.

Wie kann onkologische Pflege ihre Beratungskompetenz selbstbewusst einsetzen? Wo liegen aktuelle Herausforderungen – und warum braucht es mehr Handlungsspielraum und Anerkennung für die pflegerische Beratung? Außerdem geht es um die Zusammenarbeit zwischen ambulantem und stationärem Bereich und darum, welche Aufgaben künftig eigenverantwortlich zur onkologischen Fachpflege gehören sollten.

Hinhören, Hinschauen, Handeln: Kommunikation in der Onkologie – mit MSD

Im Gespräch mit Kerstin Paradies stellen die Kolleginnen von MSD (MSD Sharp & Dohme GmbH) Stephanie Heidenreich & Annett Neumann die gemeinsam mit der KOK entwickelte Broschüre „Hinhören, Hinschauen und Handeln“ vor. Im Mittelpunkt steht die Bedeutung von Kommunikation für die frühe Erkennung von Nebenwirkungen in der Onkologie.

Warum sind nicht nur Worte, sondern auch Körpersprache, Aussehen und Zwischentöne wichtig? Und wie können Pflegekräfte und MFAs durch Schulungen, Informationsmaterialien und weitere Angebote in ihrem Arbeitsalltag unterstützt werden? Außerdem sprechen die Gesprächspartnerinnen über die Zusammenarbeit von KOK und MSD und über mögliche gemeinsame Projekte in der Zukunft.

Onkologische Reha & Bewegung – mit Peggy Lehmann und Kerstin Dziuba-Kaiser

Im Gespräch mit Kerstin Paradies sprechen Peggy Lehmann und Kerstin Dziuba-Kaiser über die Bedeutung von Bewegung in der Onkologie. Peggy gibt einen Einblick in ihren Vortrag zum onkologischen Reha-Sport und zeigt, wie viel Lebensqualität und Freude Bewegung für Patientinnen und Patienten bedeuten kann.

Dabei wird deutlich: Es müssen nicht immer große Schritte sein. Schon kleine Bewegungen – an die Bettkante setzen, einen Fuß oder eine Hand bewegen – können einen wichtigen Unterschied machen. Außerdem erzählen die beiden, was sie am KOK-Jahreskongress schätzen und warum der persönliche Austausch unter KollegInnen für sie so wertvoll ist.

Pflegewissenschaft und onkologische Pflege im Wandel – mit Prof. Dr. Patrick Jahn

Im Gespräch mit Kerstin Paradies spricht Prof. Dr. Patrick Jahn über seinen Abschied aus dem KOK-Vorstand nach 14 Jahren und seine weitere Rolle in der onkologischen Pflege. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung der Pflegewissenschaft, akademische Rollen in der Praxis und die Frage, welchen Beitrag Forschung für eine bessere Versorgung leisten kann.

Gemeinsam blicken die beiden auch auf die Zukunft der onkologischen Pflege in Deutschland, neue Versorgungsansätze und die Bedeutung einer stärkeren Verbindung von Wissenschaft und Praxis. Patrick gibt den Pflegenden dabei einen wichtigen Impuls mit: Erwartungen an die Wissenschaft zu stellen – und gleichzeitig von der Wissenschaft einzufordern, was in der Praxis wirklich Nutzen bringt.

KOK-Pflegepreis: Drei Projekte, drei Impulse für die Praxis

Im Gespräch mit Kerstin Paradies und Matthias Erhardt stellen die drei PreisträgerInnen des diesjährigen KOK-Pflegepreises ihre ausgezeichneten Arbeiten vor: Tina Kowalke über ein Schulungskonzept für den sicheren Umgang mit Zytostatika, Michael Hartwig über den Umgang mit Angst in der onkologischen Pflege und Rebecca Osterheld über die Anforderungen an OFP im stationären Bereich HIPEC Therapie.

Wie werden aus Facharbeiten konkrete Verbesserungen für den Pflegealltag? Die drei PreisträgerInnen berichten, wie ihre Projekte in der Praxis weiterentwickelt und wissenschaftlich evaluiert werden sollen. Dabei geht es auch um die Bedeutung von Vernetzung, Wissenstransfer und den Mut, eigene Projekte einzureichen und mit anderen zu teilen.

Fachweiterbildung in der Onkologie: Von Wissen zu Handlungskompetenz - mit Susanne Kelber und Elke Hartard

Im Gespräch mit Kerstin Paradies sprechen Susanne Kelber und Elke Hartard über den KOK-Pflegepreis, die neuen Kategorien für wissenschaftliche Arbeiten und praxisorientierte Projekte und darüber, warum gute Praxisprojekte mehr Sichtbarkeit verdienen.

Im Mittelpunkt steht die Bedeutung der onkologischen Fachweiterbildung: Wie gelingt die Verbindung von theoretischem Wissen und praktischer Erfahrung? Warum braucht die onkologische Pflege unterschiedliche Bildungswege – und weshalb ist Handlungskompetenz mehr als reines Fachwissen? Außerdem geht es um die Zusammenarbeit verschiedener Qualifikations- und Berufsgruppen und darum, wie am Ende vor allem die PatientInnen von gut qualifizierter onkologischer Pflege profitieren.

KOK-Mitgliedschaft: Was bringt sie der onkologischen Pflege? - mit Susanne Kelber und Elke Hartard

Die onkologische Pflege steht vor der Frage, wie sie ihre Rolle und ihren Handlungsspielraum weiterentwickeln kann. Kerstin Paradies spricht dazu mit ihren Susanne Kelber und Elke Hartard über aktuelle Herausforderungen, konkrete Erfahrungen aus der Praxis und die Bedeutung einer starken beruflichen Vertretung.

Im Mittelpunkt stehen Möglichkeiten, sich aktiv einzubringen – etwa in Arbeitsgruppen, Projekten, bei Zertifizierungsfragen oder an wissenschaftlichen Leitlinien. Dabei wird deutlich: Berufsvertretung lebt von Beteiligung, Mitbestimmung und dem Gefühl, gemeinsam etwas für die onkologische Pflege verändern zu können.

KMT-Pflege vernetzen: Gemeinsam mehr für die Patienten erreichen - mit Diana Lang und Martin Selber

Die KMT AG und die KOK wollen wieder enger zusammenarbeiten. Im Mittelpunkt steht die Vernetzung von Pflegekräften aus verschiedenen Stammzelltransplantationszentren und der Austausch über Erfahrungen, Herausforderungen und praktische Lösungen in der Patientenversorgung.

Kerstin Paradies spricht mit Diana Lang und Martin Selber darüber, welchen Mehrwert die bundesweite Vernetzung bietet, warum nicht jedes Zentrum das Rad neu erfinden muss und wie gemeinsame Handlungshilfen die Pflege unterstützen können. Ein aktuelles Beispiel ist eine neue Broschüre zur Stammzelltransplantation und zur Entlassung von PatientInnen. Außerdem geht es um die weitere Zusammenarbeit mit der KOK und anderen Arbeitsgruppen – mit einem gemeinsamen Ziel: eine gute und möglichst einheitliche Versorgung, unabhängig davon, in welchem Zentrum die Patientinnen und Patienten behandelt werden.

GI-Tumoren: Kommunikation und Zusammenarbeit auf Augenhöhe - mit Dr. Ivan Jelas

Die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit GI-Tumoren bringt viele Herausforderungen mit sich – von Operationen und Chemotherapien bis hin zu Immuntherapien und deren Nebenwirkungen. Umso wichtiger ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Medizin und Pflege.

Kerstin Paradies spricht mit Priv.-Doz. Dr. med. Ivan Jelas von der Charité über die Bedeutung interdisziplinärer Kommunikation und einer offenen Feedbackkultur. Dabei geht es auch um die besondere Rolle der Pflege, die Patientinnen und Patienten im Alltag oft sehr viel unmittelbarer erlebt und wichtige Veränderungen und Nebenwirkungen früh wahrnimmt. Außerdem sprechen die beiden über Themen wie Tumorkonferenzen, Stomaversorgung und Sexualität und darüber, wie die Zusammenarbeit von Medizin und Pflege weiter gestärkt werden kann.

AGO-Mamma & KOK: Gemeinsam für eine starke Brustkrebsversorgung - mit Prof. Dr. Rachel Würstlein und Esther Wiedemann

Die Zusammenarbeit zwischen Medizin und Pflege ist ein wichtiger Baustein für eine gute Versorgung von Patientinnen mit Brustkrebs. Prof. Dr. Rachel Würstlein und Esther Wiedemann sprechen über die Kooperation zwischen der AGO-Mamma und der KOK und darüber, wie aktuelles Wissen in die onkologische Pflege gebracht werden kann.

Kerstin Paradies spricht mit den beiden über Fortbildungen, gemeinsame Online-Veranstaltungen und die Breast Care Nurse-Ausbildung, durch die in rund anderthalb Jahren bereits mehr als 100 Breast Care Nurses ausgebildet wurden. Außerdem geht es um die Bedeutung interprofessioneller Netzwerke, den Zugang zu aktuellen Informationen über neue Therapien und den Wunsch, Pflegekräfte und MFAs noch stärker in die moderne Brustkrebsversorgung einzubinden.

Neue OP-Methoden beim Mammakarzinom – mit Esther Wiedemann

Beim Mammakarzinom gibt es neben den etablierten Operationsverfahren auch neue Möglichkeiten der Brustrekonstruktion. Esther Wiedemann von der Charité gibt Einblicke in ihren Workshop zu operativen Methoden und erklärt, welche Rolle Verfahren wie das Lipofilling und der Fetttransfer heute spielen.

Kerstin Paradies spricht mit Esther außerdem über die Bedeutung einer ausführlichen Beratung und Begleitung der Patientinnen – insbesondere wenn mehrere Eingriffe und lange Behandlungszeiträume notwendig sind. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Ausbildung zur Breast Care Nurse: Inzwischen wurden in rund anderthalb Jahren mehr als 100 Breast Care Nurses ausgebildet. Gemeinsam sprechen die beiden darüber, wie die Qualifikation weiter etabliert und in die Zertifizierungsrichtlinien integriert werden könnte.

Mehr als Fortbildung: Was der KOK-Kongress bewirkt - mit Ulrike Hegener und Heike Luttkus

Zum ersten Mal beim KOK-Jahreskongress: Kerstin Paradies spricht mit zwei Kolleginnen, Ulrike Hegener und Heike Luttkus, aus der onkologischen Pflege über ihre ersten Eindrücke, die Bedeutung von Fortbildungen und den Austausch unter Kolleginnen und Kollegen.

Wie gelingt es, Fortbildungen im Arbeitsalltag zu ermöglichen? Welche Erfahrungen nehmen Pflegekräfte von einem Kongress mit zurück in ihre Einrichtungen? Und warum lohnt es sich, sich in der KOK zu engagieren?

Im Gespräch geht es außerdem um die berufspolitische Bedeutung der KOK-Mitgliedschaft, darum, gemeinsam etwas zu verändern, und um die Frage, wie Kolleginnen und Kollegen für die aktive Mitgestaltung der onkologischen Pflege gewonnen werden können.

Gemeinsam entscheiden: Warum Pflege in der Tumorkonferenz zählt - mit Burkhard Matthes

Wie gelingt gemeinsame Entscheidungsfindung in der Onkologie – und welche Rolle spielt dabei die Pflege?

Nach seinem Vortrag beim 14. KOK-Jahreskongress spricht Kerstin Paradies mit Burkhard Matthes über Kommunikation, Vertrauen und die gemeinsame Entscheidung für die bestmögliche Therapie. Im Mittelpunkt steht dabei auch die Frage, warum die Perspektive der Pflege in der Tumorkonferenz so wichtig ist. Denn Pflegekräfte erleben Patientinnen und Patienten häufig in anderen Situationen als Ärztinnen und Ärzte und können wichtige Informationen zu Nebenwirkungen, Alltag und persönlicher Lebenssituation in die Therapieentscheidung einbringen.

Fatigue in der Onkologie: Bewegung, Energie und die Rolle der Pflege - mit Robert Palutke und Esther Wiedemann

Fatigue gehört zu den häufigen und gleichzeitig schwer greifbaren Symptomen in der Onkologie. Doch wie lässt sich Fatigue im Pflegealltag erkennen, erfassen und gezielt begleiten?

Kerstin Paradies spricht beim 14. KOK-Jahreskongress mit Robert Palutke vom Universitätsklinikum Jena und Esther Wiedemann von der Charité über den Umgang mit Fatigue und die Bedeutung von Bewegung. Im Mittelpunkt steht dabei ein neuer Pflegestandard, den das Team in Jena entwickelt: vom Screening über das Assessment bis hin zu konkreten Maßnahmen und Evaluation. Gemeinsam geht es außerdem um die Frage, wie PatientInnen zu Bewegung motiviert werden können, ohne sie zu überfordern – und wie Energietagebücher, Physiotherapie, Psycho-Onkologie und onkologische Pflegeberatung dabei unterstützen können.

KI in der Onkologie: Bedrohung oder Bereicherung für die Pflege? - mit Dr. Friedrich Overkamp

Künstliche Intelligenz verändert die Medizin – doch was bedeutet diese Entwicklung für die onkologische Pflege?

Beim 14. KOK-Jahreskongress spricht Kerstin Paradies mit Dr. Friedrich Overkamp über die Chancen und Herausforderungen der KI und der digitalen Transformation in der Onkologie. Dabei geht es um KI in der Diagnostik, Wearables, zukünftige KI-Agenten und die Frage, wie sich der Arbeitsalltag von ÄrztInnen und Pflegenden verändern könnte. Doch bei aller Faszination bleibt auch die Frage nach den Grenzen: Was passiert, wenn KI falsche Informationen liefert? Wie können Fachkräfte PatientInnen  im Umgang mit KI begleiten? Und warum wird die menschliche Kommunikation auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen?

Dr. Overkamp macht Mut, die Entwicklung nicht nur mit Sorge zu betrachten, sondern die Möglichkeiten aktiv zu nutzen. KI könnte dabei helfen, organisatorische Aufgaben zu erleichtern und mehr Zeit für das zu schaffen, was in der Onkologie besonders wichtig ist: die persönliche Betreuung und den empathischen Umgang mit Patientinnen und Patienten.